Der Tough Mudder Norddeutschland 2016 & Hindernislauf-Tipps

Es folgt ein Text über einen der aufregendsten und in Sachen Sport gesehen härtesten Tage in meinem Leben. Warum ich mit so großen Worten um mich werfe?
Weil ich beim Tough Mudder Norddeutschland gefühlt 100 Mal über meinen eigenen Schatten springen musste, dem Schweinehund einfach keine Chance ließ und alles gegeben habe. Beginnend mit einer abenteuerlichen 5-stündigen Anfahrt im Leihwagen kamen mein Freund und ich am Veranstaltungsgelände an. Zwischendurch dachten wir echt, dass wir uns verfahren haben, weil wir auf engen Feldwegen in der Nähe eines Militärgebiets fuhren. Ein kleiner Hoffnungsschimmer war, dass wir nicht allein dort unterwegs waren! :D Einziges Problem – vielleicht waren es auch alles Anwohner, die genau wussten, wo sie hinwollten. Ich wäre stark für eine Kennzeichnung der Heckscheiben mit Tape, wie man es bei der Anreise zu Festivals gewöhnt ist.

So richtig wusste ich nicht, worauf ich mich da eingelassen habe. Je näher der Tag des Laufs kam, desto mulmiger wurde mir beim Gedanken an das, was kommen sollte. Ich wollte mir gar nicht  anschauen, welche Hindernisse mich erwarten würden. Bisher habe ich alles geschafft, was ich mir vorgenommen habe und bin komplett ohne Erwartungen an diesen Lauf gegangen. Ich wollte einfach so viel mitnehmen, wie möglich. Abhängig davon wie ich mich an dem Tag fühle, wie fit ich bin und wie viel Spaß ich an der Sache habe – ganz ohne Zwang.

Vorbereitung & Startunterlagen beim Tough Mudder Norddeutschland

Auf dem Gelände angekommen, kümmerten wir uns um die Startunterlagen und wenige Minuten später standen wir auch schon in voller Montur, inklusive dem All Out Crush Tough Mudder von Merrell im Aufwärm-Bereich und wurden ordentlich eingeheizt. Tough Mudder ist mehr als ein Lauf. Beim Tough Mudder geht es um die Community und man merkt wirklich, dass viele, die schon länger dabei sind, voll in ihrem Element sind.

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Foto: Tough Mudder Norddeutschland

Hindernisse bei Tough Mudder

Auf der 19,5 km langen Strecke erwarteten uns ganze 21 Hindernisse – gefühlt die Hälfte der Strecke liefen wir durch Schlamm.

Mein erstes OCR

Der Countdown wurde heruntergezählt und auf einmal waren wir auf der Strecke. Ich konnte immernoch nicht glauben, auf was ich mich da eingelassen habe. Nach wenigen hunderten Metern erreichten wir auch schon das erste Hindernis – über Strohballen klettern, hach, das kann ich gerade noch so! Doch schon das zweite Hindernis hatte es faustdick hinter den Ohren – die “Berlin Walls”, wir mussten unter einem Stacheldrahtzaun durch den Schlamm kriechen. Wobei “mussten” hier der falsche Ausdruck ist, denn man kann beim Tough Mudder jedes Hindernis umgehen, wenn man es sich nicht zutraut oder einfach nicht möchte. Der Moderator meinte in der Einführung, dass aus einer Person, die in den letzten 25 Jahren nicht schwimmen konnte, beim Tough Mudder nicht plötzlich ein Schwimmer wird. Also sollten die Nichtschwimmer doch bitte die Hindernisse mit tiefem Wasser umgehen.

Im Vorfeld habe ich mich bei der Abholung der Startunterlagen mit einer lieben Mitarbeiterin unterhalten, die im letzten Jahr mitgelaufen ist. Sie meinte, ich soll einfach alles probieren, es ist alles schaffbar. Diese Worte ermutigten mich stark, denn ich habe mit ihr über ihre Vorbereitung geredet und traute mir auf einmal eine ganze Menge zu.

Bis auf einmal da diese hohe komplett senkrechte Mauer aus Holz vor mir war. Ja, Höhe ist nicht so meins. Schon wenn ich auf dem Küchenstuhl stehe, um an die oberen Fächer der Küchenschränke anzukommen, habe ich ein mulmiges Gefühl im Bauch. Irgendwie habe ich es dann doch, besonders durch die Hilfe der ganzen krassen Leute um mich herum, geschafft, mich über die Mauer zu stemmen. Total erleichtert über das Erklimmen der Mauer…sah ich eine zweite Mauer. Also von vorne das Ganze. Hier habe ich mich wirklich zum ersten Mal so richtig überwinden müssen.

Eine Rutschpartie ins Eiswasser

Weiter ging es durch ganz viel Schlamm und schließlich zum “Saubermachen” – wir durften in Wasser – fast ganz ohne Schlamm rutschen. Einziger Nachteil: Im Wasser befanden sich tausende Eiswürfel und das Wasser kam somit  auf eisige 4°C, yay! Nach dem Schlamm ist vor dem Schlamm, also ging es erneut durch tiefen Motter, wir erklammen Matschberge und hangelten uns im “Cage Crawl” durch das Wasser. Wahnsinn!

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Foto: Tough Mudder Norddeutschland

Außerdem durften wir Baumstämme über eine beachtliche Strecke stemmen, hangeln, ins Wasser fallen, noch mehr klettern und erfahren wie sich Stromschläge anfühlen. Ich muss gestehen, es gab ein paar Hindernisse, bei denen es nicht ausblieb, dass man mit dem Kopf unters Wasser muss und diese habe ich wegen meiner Kontaktlinsen umgangen. Trotzdem bin ich überwältigt davon, wie viel ich doch geschafft habe, wie gut mein Freund und ich zusammengearbeitet haben (oder er mir geholfen hat :D) und wie viel Spaß es doch macht, sich einfach mal zu überwinden. Falls ihr jetzt auch Lust habt, den Tough Mutter zu laufen, habe ich einige gute Tipps für euch.

Hindernislauf-Tipps: Meine Tipps für den Tough Mudder

  • Tragt Schuhe mit gutem Profil – wir hatten das Glück die All Out Crush Tough Mudder von Merrell zu testen, die speziell für den Lauf konzipiert sind und es war definitiv von Vorteil so gut besohlt zu sein, denn wir konnten uns durch die Spikes auch im Schlamm schnell und sicher bewegen.
  • Empfehlenswert ist außerdem eng anliegende, schnell trocknende Funktionskleidung zu tragen. Weite Kleidung wird oft sehr schwer, wenn sie permanent nass ist.
  • Für die Ladies: steckt eure Haare weg oder macht euch einen Zopf. Es macht echt keinen Spaß, wenn die Haare beim Lauf nerven und im Matsch hängen.
  • Wertgegenstände, Schmuck etc. zu Hause oder im Auto lassen. Es wird wirklich alles dreckig beim Lauf. Es besteht die Gefahr, dass ihr die Sachen nicht mehr sauber bekommt oder durch Steinchen total zerkratzt.
  • Geh im Team an den Start. So könnt ihr euch gemeinsam über die Hindernisse zerren und schleppen und ein grandioses Erlebnis miteinander teilen. In einem Gruppenchat könnt ihr euch schon vor dem Event gemeinsam motivieren und alles für den Hindernislauf planen.
  • Habt einfach Spaß und genießt dieses wahnsinnige Abenteuer!

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Vielen Dank an Tough Mudder und Merrell für diesen grandiosen Tag!

4 Kommentare

  1. 17. August 2016 / 7:59

    Hey, habe mich gerade sehr über deinen Post gefreut. Ich werde nächstes Jahr nämlich auch am Tough Mudder teilnehmen und du hast mir ein wenig die Angst genommen. :) Danke für die tollen Tipps!

    Liebe Grüße,

    Hanna

    • Ulli
      Autor
      17. August 2016 / 10:06

      Uh wie cool! Das freut mich wirklich sehr :)
      Viele Grüße!

  2. 31. Juli 2016 / 19:44

    Hallo Ulli,

    es freut mich immer wieder zu lesen, wie Leute voller Begeisterung von Ihren ersten Hindernisläufen berichten. So ähnlich geht es mir auch jedes Mal wieder! :D

    Ich war dieses Jahr auch wieder mit einem kleinen Team beim Tough Mudder Nord dabei. War wie immer ein tolles Erlebnis. Das mit der Community/ der Gemeinschaft ist wirklich eine zentrale Sache, die Tough Mudder in meinen Augen deutlich von anderen Hindernisläufen unterscheidet. Deshalb bin ich auch jedes Jahr wieder dabei. :)

    Hier kommst Du übrigens zu meinem Artikel über den Tough Mudder Norddeutschland 2016: http://fitvolution.de/team-fitvolution-tough-mudder-nord-2016/

    Viele Grüße
    Jahn

    • Ulli
      Autor
      3. August 2016 / 20:53

      Hi Jahn,
      ich habe gerade deinen Artikel gelesen :)
      Super, dass ihr so viel Teamgeist zeigt und euch zusammen durchkämpft!
      Viele Grüße!

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